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Marco der Pole
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BRESLAU UND SCHLESIEN - RUNDREISEN

BRESLAU UND SCHLESIEN - RUNDREISEN

Studienresie nach Oberschlesien mit Breslau und Krakau

 

Oberschlesien – Jahrhunderte lang trafen hier die Einflüsse der polnischen, deutschen und böhmischen Kultur aufeinander. Lange Zeit war Oberschlesien eine aus politischer Sicht wenig interessante Provinz ohne besonderen Handel, Kultur und Industriezentren. Erst im 18. Jahrhundert wurde das Gebiet im Zuge des raschen Industrialisierungsprozesses wegen seiner zahlreichen Bodenschätze für die politischen Akteure zu einem begehrten Terrain.
Goethe besuchte Oberschlesien und Krakau zu Beginn des 19. Jahrhunderts; während Krakau ihm eher als langweiliges Örtchen erschien, bezeichnete er Oberschlesien als „zehnfach interessante Lande“. Das erste echte Reiseziel hier war wahrscheinlich die erste industriell genutzte Dampfmaschine. Aus dem grünen Schlesien wurde ein grün-schwarzes: Der östliche Teil blieb überwiegend der Landwirtschaft vorbehalten, die westliche Hälfte wurde allmählich geprägt von der Schwerindustrie. Stollen, Schornsteine, Rauch und einfache Arbeitersiedlungen zeichneten das neue Bild Schlesiens und machten es zu einem der größten Industriegebiete Europas.
Nun wurde das Selbstbild der Schlesier zu einem wichtigen Moment: Bislang sprachen sie ein Polnisch, das vom Deutschen und Tschechischen beeinflusst war. Religiös blieben sie dem Katholizismus treu. Sich selbst nannten sie meist „Hiesige“ oder einfach Schlesier/Ślonzoki. Und plötzlich sollten sie entweder Deutsche sein oder Polen. Die Bevölkerung war nun nicht mehr nur Opfer der inneren preußischen Kolonisation, sondern auch des nationalistisch geprägten Kulturkampfes, der nach dem Zweiten Weltkrieg in einen Bürgerkrieg gipfelte. Oberschlesien wurde zwischen Deutschland und Polen aufgeteilt. Schon zum zweiten Mal wurden die Schlesier Opfer einer Ideologie: Nach dem Krieg wurden sie in Polen pauschal als Deutsche gesehen und unterschiedlichen Schikanen ausgesetzt. In den folgenden Jahrzehnten lebten sie mehr oder auch weniger angepasst im Mit- oder Nebeneinander mit den Polen, die – selbst als Vertriebene aus dem Osten oder um zu arbeiten – hierher kamen.
So laden wir Sie auf eine nicht ganz einfache Reise ein. Wir besichtigen auf unserem Weg verschiedene Kultur- und auch interessante Industriedenkmäler. Häufig begegnet uns der Kontrast zwischen dem „grünen“ und dem „schwarzen“ Schlesien. Und wir werden viel nachzudenken haben über die Schicksale von Menschen; Menschen, die ungefragt und oft ratlos in das Treiben der Geschichte verwickelt waren. Eine ungewöhnliche Reise zwischen Polen und Deutschland – Oberschlesien eben

Programm:

1. Tag     Breslau - Brieg - Mollwitz - Oppeln
Ankunft in Breslau/Wrocław. Es lohnt sich, sich etwas Zeit zu nehmen für die schlesische Metropole. Diejenigen, die die Stadt bereits kennen, laden wir zu einem Streifzug und einer Neuentdeckung Breslaus ein. Für die „Neulinge“ bieten wir einen geführten Spaziergang an. Am Nachmittag machen wir uns jedoch schon auf den Weg nach Oppeln/Opole. Unterwegs halten wir in Brieg/Brzeg und sehen das großartige Renaissanceschloss, die Residenz der schlesischen Piasten. Unser nächstes Ziel ist das kleine Dorf Małujowice, das in der Geschichte besser als Mollwitz bekannt ist. Hier hat sich im Jahre 1741 unter Kaiser Friedrich II die Schlacht gegen Habsburg ereignet und für Schlesien die Zugehörigkeit zu Preußen entschieden. Hier gibt es zudem eine kleine Kirche mit einer der reichsten gotischen Wandbemalungen Polens.
Am Abend erreichen wir Oppeln – die Hauptstadt Oberschlesiens –, wo wir für die nächsten drei Nächte Quartier beziehen. Hier laden wir Sie zu einem Gespräch mit einem Mitarbeiter der Universität Oppeln über die Geschichte und Gegenwart Oberschlesiens ein. 

2. Tag     Oppeln - Sankt-Annaberg - Gogolin - Oppeln
Die Oppelner Altstadt wird durchschnitten von der Oder, ihren Kanälen und kleinerer Flüsse, besitzt jedoch zahlreiche weitere Reize. Dazu zählen die Giebelhäuser am Marktplatz und das imposante Neorenaissance-Rathaus sowie einige gotische Kirchen, darunter die Franziskanerkirche mit den Gräbern der Piastenherzöge von Schlesien.
Am Nachmittag pilgern wir zum Sankt-Annaberg, der Hauptpilgerstätte Schlesiens und symbolträchtiger Ort der deutsch-polnischen Beziehungen. Der heilige Berg erhebt sich über einer bukolischen, ländlichen Gegend. In der Franziskanerkirche auf dem alten Vulkanberg verehren die Schlesier, die bekannt sind für ihre Frömmigkeit, eine wundertätige Plastik der Heiligen Anna. Der Berg ist auch namhaft wegen der Bruderkämpfe während des sog. Dritten Schlesischen Aufstands im Jahre 1921, die hier stattfanden und über die Zugehörigkeit Schlesiens zu Polen oder Deutschland entscheiden sollten. Dieses hatte zur Folge, dass es zu Zeiten des Nationalsozialismus zum Ort ganz anderer Pilgerfahrten wurde: Es wurde ein Mausoleum für die deutschen Kämpfer errichtet sowie ein riesiges Amphitheater für nationalsozialistische Kundgebungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das deutsche Mausoleum durch ein polnisches ersetzt. Im angrenzenden Museum erfahren wir mehr über den schlesischen Bürgerkrieg.
Zum Abendessen werden wir eingeladen in ein typisch oberschlesisches Dorf Gogolin. Zu einem echten oberschlesischen Essen gehören Schweinsroulade, Kartoffelklöße und Rotkohl. Während des Abendessens haben wir die Möglichkeit, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen und etwas mehr über das Leben auf deutsch-polnischem Kulturgebiet zu erfahren.

3. Tag     Oppeln - Moschen - Neisse - Ottmuchau - Patschkau - Oppeln 
Als echtes Wahrzeichen des Oppelner Schlesiens gilt das pittoreske eklektische Schloss der Industriellenfamilie von Thiele-Winckler in Moszna/Moschen. Es als „originell“ zu bezeichnen, wäre eine glatte Untertreibung. 99 Türme und Türmchen sowie Elemente aus Gotik, Renaissance und Barock bilden eine phantasievolle Einheit. Das Schloss liegt auf dem Weg nach Nysa/Neisse, einer gotisch-barocken Stadt mit gotischer Kathedrale und dem Grab von Joseph von Eichendorff, dem bekannten Dichter der Romantik.
Die nächsten Programmpunkte sind Otmuchów/Ottmachau und Paczków/Patschkau – zwei alte schlesische Städte an einem Stausee. Patschkau mit seinen gut erhaltenen Stadtmauern mit 19 Basteien und 3 Stadttoren wird gelegentlich auch „das schlesische Carcasonne“ genannt.

4. und 5. Tag     Oppeln - Rudzinitz - Gleiwitz - Hindenburg - Gleiwitz
Wir verlassen die liebliche, ländliche Gegend von Oppeln und nähern uns dem Oberschlesischen Kohlerevier. Bevor wir Gliwice/Gleiwitz erreichen machen wir einen kurzen Halt in Rudziniec/Rudzinitz, um eine der berühmten schlesischen Schrotholzkirchen zu besichtigen.
Gliwice/Gleiwitz und Zabrze/Hindenburg besuchen wir in literarischer Begleitung der zwei Schriftsteller Horst Bienek und Janosch. Gleiwitz überrascht mit seinem historischen Zentrum. Keinesfalls entgehen lassen darf man sich hier den Gleiwitzer Sender, historisches Symbol wegen der Naziprovokation vom 31.08.1939 und zugleich – mit 111 Metern – höchste Holzkonstruktion der Welt. Sehenswert ist auch das Museum für Kunstgießerei in der Halle der 1796 gegründeten Königlich-Preußischen Eisengießerei.
In Zabrze/Hindenburg sehen wir als Glanzpunkte das Bergbaufreilichtmuseum „Königin Luise“ und eine fabelhafte Arbeiterwohnkolonie vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Museum werden wir die Möglichkeit zu einem Gespräch mit einem Experten über die Zukunft des oberschlesischen Kohlereviers haben. An einem Abend besuchen wir das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz, um dort in den Genuss eine literarischen Abends mit Prosa von Horst Bienek zu kommen oder mit einem Experten über das Thema „Polen? Deutsche? Schlesier?“, also über die oberschlesische Identität zu sprechen.

6. Tag     Gleiwitz - Pless - Bielitz-Biala - Wadowice - Krakau
Wir fahren nun Richtung Süden nach Pszczyna/Pless. In dieser kleinen Stadt sehen wir das herrliche Schloss, die ehemalige Residenz der Reichsgrafen Hochberg-Pless, mit seiner prachtvollen Ausstattung. Wir lassen uns Zeit für einen Rundgang im Schloss und einen Spaziergang im Park. Wenige Kilometer von Pless entfernt finden wir die Stadt Bielsko-Biała/Bielitz-Biala. Bielitz war ehemals die Grenzstadt Preußens, Biala Grenzstadt der Habsburger. Mit einer Kaffeepause auf dem schön sanierten Marktplatz beenden wir unsere spannende Reise durch Oberschlesien und passieren die frühere Grenze, das Flüsschen Biala. Auf dem Weg nach Krakau kommen wir an Wadowice vorbei, der Geburtsstadt von Papst Johannes Paul II. Das jedoch ist schon eine ganz andere Geschichte…

7. und weitere Tage
Verlängerung des Programms in Krakau

Preis auf Anfrage. Fragen aber kostet nichts!  Lassen Sie sich von uns schnell, kostenlos und unverbindlich Ihr individuelles Angebot für die Oberschlesien Studienreise erstellen. 

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