DE
Marco der Pole
ul. Sarego 22/3
31-047 Kraków, Polen
tel: +48 12 430 21 17
e-mail: office@marcoderpole.com.pl
Gedenkstättenfahrten

Gedenkstätte Auschwitz und Museum Auschwitz - Ortsbeschereibung

 

Für die meistens Menschen ist Auschwitz ein abstrakter Begriff. Er steht als Symbol für den Völkermord an den europäischen Juden, ein Verbrechen, welches bürokratisch und industriell begangen wurde, als ein Symbol des Resultates einer rassistischen Ideologie, die sich über alle ethischen Werten hinwegsetzte. Auschwitz ist eine Zäsur in der Geschichte. "Nach Auschwitz": Welt, Menschheit, Philosophie, Teheologie und Pädagogik. Nichts ist so geblieben wie es vorher war.

Das reale Auschwitz - ein mit Stacheldraht umzauntes Gelände mit einer Reihe primitiver Blocks und Baracken - wurde in die UNESCO - Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Akropolis, Alhambra, Auschwitz...Gedenkstätte Auschwitz ist gleichzeitig ein Friedhof, ein Museum, ein Wallfahrtsort, touristische Attraktion und Politikum. Hier prallen Realität und Mythos, Rationalität mit Emotion, Sichtbares und Unsichtbares aufeinander. Es gibt die Leute, die hierherkommen auf der Suche, nach einer touristischen Attraktion, nach der Art des Eiffelturms. Sie lassen sich vor dem Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" fotografieren. Viele kommen, um die Neugierde zu befriedigen. Viele kommen still hierher, um eine Kerze vor Todeswand anzuzünden, oder ein Stein auf die Krematoriumsruinen zu legen. Viele erwarten, hier eine Art Katharsis zu erleben. Oft sind sie von sich selbst enttäuscht. "Warum bin ich nicht betroffen?" fragen sich selbst, "Ich bin doch in Auschwitz!" Dann fahren sie nach Birkenau, das während des Krieges den Namen Auschwitz II trug.
Das Gelände von Birkenau ist fünfzig mal größer als Gelände von Auschwitz I, dem Stammlager. Im Jahre 1944 waren in Birkenau über 100 000 Häftlinge in Baracken untergebracht, und vier ununterbrochen arbeitende, riesige Krematorien verbrannten die Leichen der zuvor vergasten Menschen. Bei dem Versuch, das hier Geschehene zu verstehen, empfinden Besucher oft ein gewissen Unbehagen: "Hier ist so idyllisch!", sagen sie mit Erstaunen. Eine riesige grüne Wiese, ein Wald am Horizont und die Sonne geht so schön unter. Das Auschwitz von heute ist eine Probe für unsere Vorstellungskraft. Trotz dutzender erhaltener Objekte, Tausende Exponaten und Archivalien, trotz des riesigen Geländes von Birkenau, wo Hunderte von Schornsteinen zeigen, wo einmal die Baracken standen, trotz alledem scheitern wir oft dieser Probe. Wir können uns das Ausmaß menschlichen Leidens nicht vorstellen. Über Hunger wissen wir nur soviel, wie wir zwischen Frühstück und dem Mittagsessen im Hotel erfahren, und unsere Vorstellung von Kälte stützt sich auf dem Umstand, daß wir unsere Jacken im Buss vergessen haben; der Tag ist windig. Nach der dreistündigen Führung sprechen wir von Erschöpfung. Aber Auschwitz ist auch eine Probe für unser Verständnisvermögen. Ängstlich stellen wir uns die Frage: "Wie war das überhaupt möglich?". Trotz aller historischer, soziologischer und psychologischer Erklärungen können wir keine befriedigende Antwort darauf finden. "Was sollen wir tun, damit sich ein Völkermord nicht wiederholt?" fragen wir ratlos. Wir wissen schon, daß die Sentenz von Santayana, die in die Ausstellung der Gedenkstätte einführt, eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung ist: "Wer sich an die Geschichte nicht erinnert, ist verdammt, sie noch einmal zu erleben." Das stimmt, aber was weiter? Es gibt noch andere Fragen: Fragen an sich selbst, an den Nächsten, an die Gesellschaft, an den Staat und an Gott. Vielleicht gibt es keinen zweiten Ort, der so viel existentielle Fragen aufwirt.

Für die Beispielprogramme der Studienreisen und Klassenfahrten in die Gedenkstätte Auschwitz - klicken Sie hier. 

Unsere Reisen

GARANTIERTE REISETERMINE

Durch die letzten Urwälder und Sumpfgebiete Europas Naturreise Der Białowieski - Biebrzański - Narwiański - Nationalpark in Polen